Laternenumzug und Feuerwerk

Heute Abend ist hier wieder, wie jedes Jahr,  ein Laternenumzug mit anschließendem Feuerwerk. Da ich die letzten Jahre  davon überrascht wurde und Kimbi Angstverhalten zeigte (hecheln,   zittern, Nasentropfen usw. ), werden wir uns dieses Mal darauf vorbereiten.

Es gibt heute nichts außergewöhnliches zu futtern, was eventuell Bauchschmerzen machen könnte oder schwer im Magen liegt.

Wir werden nachmittags, in einem ruhigen Gebiet, einen großen Spaziergang machen, aber  keine großen Aktivitäten einbauen.

Abends werden wir diesmal etwas eher rausgehen, damit sie noch in Ruhe pinkeln kann, danach gibt es sofort ihr Schlafi-Entspannungstuch um.

Ebenso gab es heute Morgen schon die erste Theaninkapsel, heute Abend wird es dann die nächste geben.

Resuceglobulis und Thundershirt liegen auch bereit.

Nun werden wir heute Abend ruhig und entspannt die Knallerei verschlafen. Falls sie nicht müde ist, wird jeder Knaller gemarkert.

Angst vor Gewitter

Kimbi zeigte die ersten Jahre, in ihrem Leben, vor vielen Geräusche, wie Knaller, Motorräder, Auspuffknattern und laute Geräusche von Menschenansammlungen wie bei Veranstaltungen,  Angstverhalten, aber bei Gewitter, Regen oder Sturm hatte sie keine Probleme, egal ob wir  draußen oder im Haus waren.

Die letzen 2 Jahre wollte sie lieber im Haus sein, verständlich und natürlich auch sicherer, aber sie war vom Verhalten im Haus entspannt, ab und an markerte ich das Gewitter, aber sie hatte sichtlich keine Probleme. Wir sehen ja nur die Oberfläche und können nicht in den Hund hineinschauen. Daher gab es immer mal wieder  was tolles zu futtern, spielen oder knabbern, damit eine positive Verbindung entsteht und sie aktiv beschäftigt ist.

Dieses Jahr sieht es leider anders aus. Beim ersten  Gewitter schaute sie bei jedem Blitz und Donner auf, legte sich danach aber wieder hin. Sie bekam natürlich von Anfang an ihr Schlafi-Entspannungstuch um und ich markerte sie. Das zweite Gewitter war gestern Abend. Es kam schnell und war heftig, Kimbi schaute angespannt Richtung Fenster (Rollläden waren unten) und zitterte, es ging sehr schnell.  Sie suchte Schutz bei mir und im Bett. Essen konnte sie nicht mehr nehmen, sie bekam Schlafituch um und eine Druckmassage, das half ihr und das zittern hörte auf, sie schlief später  dann ein. Wir haben dann bei über 25 Grad, mit geschlossenen Fenster, im Bett gelegen und entspannt. Kimbi schwitzte nicht mal, sie hat durchgeschlafen, aber mir war ekelig warm 🙁

Heute kam das nächste Gewitter, schon als der Sturm aufkam und es etwas anfing zu regnen, wurde Kimbi unruhig. Blöde Verhaltenskette :(.  Sie lief ins Bett, dann zu mir, dann ins Bad. Sie bekam vorab schon ihr Schlafituch um, ich holte Trockenfleisch und markerte jede Ohrbewegung und Orientierung zum Auslöser. Ich habe mich ins Wohnzimmer vor dem Fernseher gesetzt, Kimbi legte sich zu mir. Ich markerte nun jeden  Donner, nach paar Minuten lag sie entspannt auf dem Boden, es wurde draussen immer lauter, sie schaute mich nur noch erwartungsvoll an und wartete auf ihr Trockenfleisch 🙂 Nach paar Minuten lag sie und döste, es knallte und brummelte draußen weiter, Kimbis Angst ist wie weggeflogen 🙂

Noch immer,  nun schon  seit  30 min,  grummelt es draußen und Kimbi schläft, freu.

Beim nächsten Gewitter lade ich es noch mal positiv  auf, sie wird wieder was zum knabbern bekommen, um sich aktiv zu beschäftigen.

 

 

Silvester

Aufgrund das Kimbi  so geräuschempfindlich ist und sich stark vor Feuerwerk fürchtet, sind wir dieses Jahr wieder nach St-Peter-Ording gefahren. Hier in unserem Viertel darf nicht geknallt werden u.a. weil hier Reetdachhäuser stehen, leider wird sich da auch nicht immer dran gehalten 🙁

Wir sind seit dem 27. Dezember hier und es war sehr schön ruhig. Bis gestern Abend 18 Uhr vielen insgesamt nur 8 Knaller. Von denen hatte sie nur auf 3 Knaller reagiert und sich auch relativ schnell wieder gefangen. In Bremen sind die Tage vor Silvester und auch danach immer sehr schlimm, es ist ein dauergeknalle und Kimbi kommt von einem Hechel- und Zitteranfall in den Nächsten. Diesen Dauerstress mochte ich ihr, schon aufgrund ihres Gesundheitszustandes,  nicht mehr zumuten.

Leider fing sie dann doch gestern Abend ab ca. 18 Uhr   an zu knallen. 🙁 Es war alles etwas leiser und auch weiter weg als in Bremen.  Der Wind kam in unsere Richtung, es war stürmisch, leider keine gute Konstellation. Es vergingen keine 5 Minuten ohne geknalle. Kimbi lag mit ihrem Entspannungstuch und schlief. Hatte das Training auf „normale Böller“ doch etwas gebracht? Heuler und Raketen gab es nicht zu hören, zum Glück.

Um 19.30 musste Kimbi leider Pipi machen, es knallte permanent. Ich zog ihr zusätzlich das Thundershirt an und legte ihr Piratentuch um die Ohren.  Kimbi wurde unruhig, ich fing  laut an zu singen, darauf hin  konnte  sie sich  sogar lösen.

Zuhause sprang sie gleich aufs Bett, hechelte, war aber ansprechbar und nahm Futter an. Ein paar Übungen und 10 min später döste sie vor sich hin.

Um 21 Uhr fing Kimbi noch mal an unruhig zu werden, es knallte aber nicht mehr viel, sie zitterte und hechelte stark, sie nahm kein Futter mehr und war auch nicht mehr ansprechbar. Sie starrte nur zum Fenster. Ich nahm sie zu mir, auf der anderen Seite dicke Kissen und vor ihr die Bettdecke um die Sicht zu versperren. Ich gab ihr Rescueglobulis. Nach 5 min Popo kraulen und Kontaktliegen wurde sie wieder ruhiger und schlief. Sie legte sich dann nach unten vor dem Bett.

Ab 22 Uhr knalltes es hier wieder ununterbrochen, zum Glück immer noch keine Heuler und Raketen.  Es war  leiser als in Bremen, da es weiter weg war, dennoch  in unserer Gegend trotz Knallverbot 🙁

Kimbi hatte immer noch ihr Thundershirt und Entspannungstuch um. Sie schlief und schlief und schlief. Ich wunderte mich, wollte sie Silvester verschlafen?

Um 0 Uhr wurde es dann  lauter und stärker, permanentes geballer, aber wieder keine Heuler und Raketen. Ich glaube das war unser Glück, denn die Knaller habe wir ja trainiert und zuhause in unseren vier Wänden kam sie schon gut damit klar. Und so war es auch, Kimbi verschlief tatsächlich Silvesternacht 🙂 Sie kam 2 mal kurz mit dem Kopf hoch, ich sagte alles Ok und sie schmiss sich wieder auf die Seite, freu. Der Fernseher war natürlich den ganzen Abend  an und auch etwas lauter.

Leider knallten sie hier fast 40 min, ich war müde, mochte aber nicht schlafen,  falls Kimbi doch wieder anfängt zu zittern und ich es nicht mitbekommen würde.

Um 1.30 knallte es fast gar nicht mehr, Kimbi wachte auf, schaute zum Fenster und fing an zu zittern, sie wurde unruhig, hechelte, Nase tropfte und war nicht mehr ansprechbar. 🙁 OK, wieder Rescue, Kimbi ins Bett und gleiche nochmal. 10 min später war alles wieder OK, Kimbi schlief bis heute morgen um 7.30 durch.

Nächstes Jahr fahren wir nach Amrum, auf der ganzen Insel ist Knallverbot, da sollte es dann hoffentlich auch so sein.

 

 

Silvester naht…

Vorläufiges Ziel errreicht, Silvester kann kommen 🙂

Wer Kimbi kennt, weiß wie geräuschempfindlich sie früher war und was für eine Angst sie vor Knaller, Schüsse und Auspuffknattern hat. Ich hatte hier und hier schon mal etwas dazu geschrieben.

Darum fahren wir dieses Jahr Silvester wieder  zur Nordsee, wir wohnen in einem Reetdachviertel wo nicht geknallt werden darf. Dort hört man allerdings auch 3-5 Knaller am Tag und Silvesternacht, je nach dem wie der Wind steht, bekommt man auch ca. 10 min etwas vom Feuerwerk mit. Im Vergleich zu Bremen, ist es natürlich sehr wenig, hier wird ab Weihnachten schon immer mal geknallt. Vier Tage vor Silvester geht es dann richtig los, vor allem abends, da knallen sie  ständig, am Silvester ist es dann nicht mehr  auszuhalten. Die Tage danach sind auch nicht viel besser, es zieht sich teils bis zu einer Woche hin.

Unser vorläufiges Ziel war, dass Kimbi, wenn es vereinzelt knallt, zu mir kommt, ihr Superleckerli (Trockenhirschfleisch) bekommt und ihre isometrische Übungen (mein Signal Kontakt) zeigen kann, um sie  gegebenenfalls zu entspannen.
Wichtig war für mich, dass sie, wenn es knallt, nicht mehr flüchtet, sondern zu mir kommt, kein Angstverhalten mehr zeigt und ansprechbar bleibt.

Natürlich ist es noch nicht unser Endziel, wir trainieren weiter, aber Silvester kann kommen.

Hier drei Filme vom Training. Im ersten Film reagiert Kimbi super, sie kommt sofort zu mir, nimmt ihr Futter und kann die isometrischen Übung machen. Das Mensch-Hund-Team im Hintergrund trainiert ebenso  und wurde vorher eingewiesen. Sie sind noch nicht ganz so weit, aber der Hund hat es gut verarbeitet und konnte anschliessend schnell entspannen.  Wir sind anschliessend noch 30 min gemütlich spazieren gegangen.

 

Hier im Film ist der Knall sehr nahe und laut, das Kimbi sich beim Knall erschreckt ist ein ganz normales Verhalten, das würde fast  jeder Hund, was danach kommt ist wichtig. Kimbi  ist  ansprechbar, zeigt kein Angstverhalten und kann Futter nehmen. Anschließend sind wir noch 20 min entspannt spazieren gegangen.
Ach ich bin ganz stolz auf meine Maus, wir haben es geschafft. 🙂

 

Hier knalle ich mit Knallerbsen. Leider ist mir eine Knallerbse runtergefallen, direkt neben Kimbi. 🙁  Ich habe sofort  gemarkert. Sie hat natürlich reagiert und zuckte kurz, konnte dann aber ihr Futter suchen. Sie zeigte kein Angstverhalten. Glück gehabt. Die Knallerbsen sind doch sehr laut, auf den Film hört man es nicht so, da es sehr windig war.

Ich habe während des Trainings natürlich darauf geachtet das es  für sie  nicht zu viel und auch nicht zu stressig wird. Ich habe sie tagsüber und auch nachts beobachtet, sie war entspannt, nicht geräuschempfindlicher oder angespannter auf den weiteren Spaziergängen.

 

 

 

 

Signal „Pirat“

Unsere Vorbereitungen für Silvester gehen weiter. Hier schrieb ich ja schon einiges über Kimbis Geräuschempfindlichkeit und unserem Training.  Nun habe ich Kimbis Schlafituch (konditioniertes Entspannungstuch) weiter ausgebaut. Das Signal „Pirat“ kündigt  nun dass über die Ohren ziehen des Tuches an.  Die letzten zwei Jahre bekam Kimbi Silvester auch schon ein Tuch über die Ohren, um die Geräusche abzudämpfen. Da sie Stehohren hat, werden  diese nun durch das Tuch nach vorne gedrückt und die äußeren Gehörgänge etwas geschlossen.  Dadurch werden die Geräusche gedämpfter und etwas weniger wahr genommen. Vor zwei Jahren hatte sie zusätzlich noch Watte in den Ohren.  Man hat sichtlich bemerkt, dass sie wesentlich entspannter war.  Das Tuch liegt relativ fest und eng an, aber wenn sie wollte, könnte sie es sofort abschütteln, d.h. sie kann sich jederzeit davon  trennen.

Da sie ein Tuch über die Ohren schon kannte, wurde nun nur noch ein Signal vorgeschaltet und es ein wenig aufgefrischt.

Ich werde das Tuch in Zukunft auch mit nach draußen auf dem Spaziergang nehmen, da es hier in Moment sehr oft zu Dauerknallerei kommt und oder fürs Auto, wenn sie alleine bleiben muss.

Letzte Woche zeigte Kimbi draußen, aufgrund einiger Geräusche, auch Angstverhalten (keine Knaller). Sie zog extrem an der Leine, mit hängender Rute und angelegten Ohren in Richtung Auto. Wenn sie keine  Angst hat, läuft sie normalerweise an lockerer Leine.  Ich konnte  mit ihr leider nicht Vorort bleiben  und sie entspannen, da die Geräusche nicht aufhörten. Somit versuchte  ich sie kurz über isometrische Übungen zu entspannen und ging weiter, nach paar Meter zog sie erneut. Sie bekam ihr Schlafituch um, es ging  ein paar Meter gut, dann zog sie wieder extrem zum Auto, da die Geräusche immer noch zu hören waren.  Nun zog ich ihr das Tuch über die Ohren und wir liefen weiter. Ich war angenehm überrascht. Kimbi konnte zwar nicht entspannt an lockerer Leine laufen, aber die Leine war nur minimal auf Spannung, ihre Geschwindigkeit nahm deutlich ab und ihre Rute kam wieder über den Rücken gerollt. Wir konnten in einem normalen Tempo zum Auto gehen.  Am Auto machten wir  erst noch  ein paar isometrische Übungen. Es gab  ein wenig Futterspiele, welches sie auch wieder nehmen konnte und anschliessend sind wir  Heim gefahren.

Nun bin ich gespannt wie sie  es weiterhin annimmt und wie weit es uns im Training helfen wird.

Hier ein kleiner Film – Signal Pirat im Training.

Angst vor Knallgeräuschen

Da Kimbi sehr geräuschempfindlich ist und sich bei ihr damals u.a. aufgrund ihres Gesundheitszustandes starke Ängste entwickelt haben, trainieren wir natürlich immer mal wieder an diesem Problem.

Kimbi kommt mittlerweile, aufgrund des Trainings,  mit vielen Geräuschen sehr gut klar, schlimme Reaktionen zeigt sie aber noch bei Schüssen, Knaller, Raketen, Heuler, sowie Motorradgeknatter.

Da wir immer wieder Trainingsstopps, aufgrund ihrer Gesundheit und ihres wohlbefindens machen, kommen wir mal mehr und mal weniger gut voran.

Im Spätsommer fingen wir wieder an, am Auslöser  Knall, Schüsse von Jägern usw zu trainieren, das stand  bei uns als erstes auf dem Zettel, danach sollten Silvesterknaller, Heuler und Raketen folgen.

Wir waren schon ziemlich weit. Kimbi konnte mit 3-5 Knaller/Schüsse aus der Nähe gut klar  kommen.  Sie wurde gemarkert, es gab was super Tolles und eine Runde Entspannung oder sie kam direkt auf  das Signal Kontakt zu mir und drückte sich an mich.

Wir hatten im Februar dieses Jahres eine neue Übung für die Entspannung aufgebaut –  Signal Kontakt.

Vor 2 Wochen gab es leider wieder starke Rückschläge. Es knallte auf unserem Spaziergang durchgehend, wir kamen nicht so schnell von dem Auslöser weg, Kimbi bekam starke Angst. Es dauerte 20 Minuten bis wir am Auto ankamen und der Auslöser für sie verschwand. Zwei Tage später, in einem anderen Gebiet, schossen Jugendliche  Silvesterknaller in die Luft. Es war in unserer unmittelbaren Umgebung. Die ersten 3-4 Knaller haben wir gut gemeistert, Kimbi blieb ansprechbar, wurde entspannt und konnte weiter spazieren gehen, dann kam das Dauerknallen. Ich ging mit Kimbi zum Auto, leider kamen die Knaller aus der Richtung, so das wir einen Umweg laufen mussten. Die Knallerei hörte nicht auf, nach 30 Minuten am Auto angekommen, es knallte immer noch, Kimbi fix und fertig, fuhren wir weg. Sie brauchte über 1 Sunde um wieder runter zukommen.  🙁

Das letzte Wochenende haben dann 2 leise Schüsse gereicht, Kimbi zitterte, speichelte,  hechelte, Augen tränten und Nase tropfte, Rute viel runter, sie fiebte und wollte nur noch weg, es war schlimm.

Nun haben wir letzten Montag erneut mit dem Training begonnen. Wie damals auch, haben wir  erst mal das Geräusch „den Knall“ in sehr leiser Form mit einer Megatollensuperduperleckerei verbunden (klassische Konditionierung). Diesmal gab es aber getrocknete Hirschfleischstreifen und diesmal gibt es diese nur für Knallgeräusche und für nichts anderes.

Ich habe auf meinem Laptop ein paar Knallgeräusche von Schüssen, davon  habe ich einen so leise abgespielt das Kimbi sich orientiert, aber nicht groß reagiert.  Knall – getrocknetes Hirschfleisch – war super lecker 🙂

Ich habe das Training, auch wenn ich es sonst langsamer aufbauen würde, bei Kimbi täglich durchgeführt. Ich kenne Kimbi und weiß wie schnell und wie oft ich was trainieren kann. Wir haben täglich,  3 Tage lang in der Wohnung,   2 Mal pro Tag den Knall mit Hirschfleischstreifen belegt.
Am Anfang sehr leise, von Tag zu Tag etwas steigernd, aber immer noch so leise das sie sich nur orientiert, mehr nicht.

Anschließend  nahm ich die Geräusche mit nach draußen (iphone).  Am ersten Tag wieder sehr leise , am zweiten etwas lauter, aber immer noch so leise das sie sich nur orientiert und ihr Hirschfleisch erwartet.

Der dritte Tag wäre heute. Ich packte ein großes Stück getrocknetes Hirschfleisch ein und fuhr mit ihr zum See. Ich trainiere mit Kimbi nur wenn es ihr Gesundheitszustand zulässt und sie sich gut fühlt.

Heute war eine gute Gelegenheit. Es war gutes Wetter, sie war fit und munter, sie hatte sich schon gelöst, heute morgen gab es etwas weniger Thyroxin (verdacht auf zu viel) und sie war motiviert und in Spiellaune.

Wir gingen am See spazieren, dann kam leider eine Dauerknallerei, es fielen 17 Schüsse, eventuell wieder Treibjagd.  Es war nicht gerade sehr leise. 🙁

Kimbi bekam die ersten Schüsse für mich sichtlich gar nicht mit, ich suchte schnell das Hirschfleisch und schmiss ihr es zu. Es ging alles sehr schnell, es war nur eine kurze Zeit. Ich schmiss Kimbi immer wieder das getrocknete Hirschfleisch zu, Kimbi nahm es freudig an. Die Knallerei hörte auf, Kimbi wollte nicht mal entspannen, sie war immer noch fit und lief freudig weiter. OK dachte ich mir, gar nicht erst aus ihrer guten Laune rausholen.

Drei Minuten später das gleiche noch mal, diesmal knallte es 14 Mal. Ich zähle immer automatisch mit, blöde Angewohnheit.  Kimbi reagierte, blieb stehen und schaut mich erwartungsvoll an. Da ich etwas weiter weg war, markerte ich und schmiss ihr wieder und wieder, da es immer wieder knallte, Hirschfleisch zu. Auch diesmal nahm sie es freudig an, es hörte auf, sie kam zu mir und wollte einen Nachschlag 🙂

Wir liefen weiter, alles toll, super Kimbi, sie  war immer noch gut drauf, sie schnupperte und wir spielten sogar noch. Ich hoffte, dass es bis zum Auto nun nicht mehr knallen würde.

Nach 15 Minuten knallte es erneut, diesmal nur einmal. Kimbi blieb stehen, schaut mich erwartungsvoll an und ich versagte, ich reagierte nicht.  Ich habe es zu spät wahrgenommen und kein Hirschfleisch geschmissen. Ja auch ich mache immer mal wieder  Fehler 🙁 Kimbi lief weiter,  Glück gehabt.

Nun legte ich mir alles zurecht, wir waren ja auf dem Rückweg zum Auto. Nützt ja nichts, es war nicht geplant und natürlich nicht gewollt. Da mussten wir nun so gut wie möglich durch.

Kurz vorm Parkplatz knallte es noch Mal. Wieder nur ein Schuss, leider aus der Richtung wo wir parkten. Nun reagierte Kimbi, sie blieb stehen, ging etwas zurück, war sichtlich etwas angespannt, schaute mich an, parallel markerte ich und schmiss Hirschfleisch, sie lief hin und futterte es zügig auf. Dann kam sie zu mir, ich gab ihr das Signal Kontakt, sie konnte es noch nicht alleine ausführen. Ich bat ihr mein Arm an, sagte Kontakt und sie drückte sich fest an mich. Wir wiederholten es ein paar Mal, danach konnte Kimbi weiter laufen.

Sie konnte sogar Richtung Auto laufen, sie war wieder voll ansprechbar und nahm Futter. Am Auto wollte sie noch nicht mal einsteigen, sie wollte noch spazieren gehen 🙂 Mit dem Signal „einsteigen“ ging sie aber rein und wir fuhren los.

Wer Kimbi kennt und sie mal bei Schüssen oder Knaller erlebt hat, weis was sie heute starkes geleistet hat.

Eigentlich wollte ich  nur ein leisen Knall über das Handy abspielen und getrocknetes Hirschfleisch geben, leider kommt es öfter mal anders als man denkt oder plant.

Kimbi hat es super gemeistert, ich bin mega Stolz auf meine Maus.

Nun gibt es ein paar Tage Pause und dann üben wir mit leisen Geräuschen weiter. Nun sind wir wieder auf dem Stand oder wahrscheinlich noch etwas weiter wie vor 3 Wochen.

Wir werde weiter berichten.

Konditionierte Entspannung

Nun habe ich es endlich, nach langem probieren und mitschleppen der Kamera, geschafft zu filmen, wie bei Kimbi die KE (Konditionierte Entspannung) wirkt. Da ich mit ihr alleine laufe, parallel filme, spiele, markere usw., ist es nicht immer  so einfach, brauchbares Filmmaterial zu bekommen. 🙁 Ich hoffe dennoch, dass man auf den Filmen erkennen kann, wie bei Kimbi die KE greift.

Konditionierte Entspannung bedeutet,  dass man das „Entspannt sein“ seines Hundes mit einem Signal verknüpft. Dieses geschieht durch eine einfache klassische Konditionierung.

Da der  Gegenspieler von Erregung Entspannung ist, können wir dies gut nutzen, denn die Entspannung ist trainierbar und somit auch auf Signal setzbar. Ziel ist, dass die Erregung relativ schnell gesenkt werden kann, damit der Hund wieder ansprechbar wird und oder bestimmte Situationen wie z.B. Angstphasen wie Silvester, Gewitter usw. ruhiger  durchläuft. Ein Hund,  bei dem die Erregung gesenkt werden kann, ist ansprechbarer und kann somit  besser mit uns kooperieren. Dafür muss  aber vorab das Signal   aufgebaut werden, anschließend kann man es anwenden und dann sollte man es wieder aufladen.

Je höher das Erregungsniveau bei einem Hund ist, desto stärker kann seine  Reaktion auch auf bestimmte Reize ausfallen, je stärker seine Erregung wird, desto weniger nimmt er uns war.  In solchen Momenten kann gelerntes Verhalten nicht gezeigt werden und etwas Neues  lernen geht dann auch kaum bis gar nicht mehr. Wir sehen nur die Spitze des Eisberges, wir sehen nicht, wie es in dem Hund aussieht, was er fühlt und was er denkt.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Entspannung zu konditionieren.  Über ein Wortsignal, welches für eine kurzzeitige Entspannung eingesetzt werden kann bis zu einen Gegenstand (Halstuch, Decke etc.  – eventuell mit einem Duft ) für eine Dauerentspannung.

Das Wortsignal  hilft uns in vielen Situationen, in denen unser Hund ein zu hohes Erregungsniveau hat und nicht mehr ansprechbar ist. Man kann seine Erregung damit wieder etwas herunterfahren und ihn kurzfristig wieder ansprechbar  machen. Daraufhin folgt natürlich ein Alternativverhalten, damit er nicht wieder erneut in einen  zu hohen Erregungslevel rutscht.

Dieses Trainingsmittel hat viele Möglichkeiten, aber auch seine Grenzen. Es  kann z.B. passieren, dass die KE häufig angewendet wird, um die Erregung des Hundes herunterzufahren aber parallel dabei eine  Fehlverknüpfung entsteht. Der Hund kann z.B. die Erregung mit dem Signal verknüpfen, beim erneuten Signal könnte somit die Erregung ziemlich stark ansteigen ( Klassischen Konditionierung). Daher ist es notwendig, das Signal immer wieder positiv mit Entspannung zu verknüpfen und wie ein Akku aufzuladen.

Hier im ersten Film sieht man den Aufbau und die Auffrischung der KE. Meine KE heißt EASY. Bei berührungsempfindlichen Hunden und denen, die nicht gerne kuscheln, ist es am besten, ohne Berührungen aufzubauen. Im Film sieht man, wie die Klassische Konditionierung greift. (Easy – Auge auf – Auge zu  – weiter schlafen). Somit kann man es passiv aber auch aktiv aufbauen. Bei dem aktiven Aufbau kommt uns die Ausschüttung von Oxytocin  zu gute. Beim ersten Film müsst ihr den Ton etwas lauter stellen.

In diesem Film sieht Kimbi Kaninchen und kann sich nicht richtig auf das Signal „sitzen“, hinsetzen, sie ist zu angespannt. Nach dem Signal Easy (KE) setzt sie sich.

Hier spiele ich mit Kimbi, es gibt  natürlich Hunde die wilder spielen, aber Kimbi greift öfter mal  weiter zur Hand hin nach und beim Signal „aus“ kann sie oft nicht los lassen. Beim Easy lässt ihre Erregung etwas nach und sie kann es rausgeben.

Kimbi und Hunde, vor ein paar Jahren  wäre sie  in dieser Situation lautstark am Zaun auf und ab gerannt oder in der Leine gestanden. Ich hätte sie nicht umorientieren können.  Heute treten solche Situationen meistens gar nicht mehr auf oder nur in abgeschwächter Form. Die KE hilft nicht nur den Hund ansprechbar zu machen, er lernt auch aus dem Kontext und kann  solche Situationen beim nächsten mal besser bewältigen.

Kimbi  im Wildgebiet, hier hat sie eine Wildspur in der Nase. Sie konnte noch stoppen, aber sich nicht mehr umorientieren und dem Rückruf folgen. Die KE hilft ihr dabei wieder ansprechbar zu werden und den Rückweg anzutreten.

Kimbi nimmt die konditionierte Entspannung sehr gut an.  Je nach Situation  nutzen wir die KE  bei aggressivem und ängstlichem Verhalten, bei  starker Erregung und auch bei Wildsichtung.
Wir haben das Wortsignal „Easy“ für ein kurzzeitiges runterfahren um sie wieder ansprechbar zu machen, aber  auch eine Berührung mit der Handfläche auf der  Körperseite welches dann übergeht in die direkte Entspannung und oder ins Alternativverhalten.

Ebenso hat sie ein Halstuch, bei uns Schlafituch genannt, welches zusammen mit einem ätherischen Öl (Kamille Blau) konditioniert wurde. Dieses nutzen wir in Situationen wo eine längere Entspannung notwendig ist wie z.B. Silvester,  beim Tierarzt, fürs alleine bleiben und  wenn sie mal wieder Schübe aufgrund ihrer Krankheiten hat.

Das Wortsignal wirkt bei Kimbi in Situationen, in denen sie Angst bekommt und nicht mehr ansprechbar ist, leider nicht, nur bei Aggression, Wildsichtung sowie starker Erregung.  In Situationen, in denen sie ängstliches Verhalten zeigt bekommt sie ihr Schlafituch. Wenn ich vorab weiß, dass wir in solch eine Situation kommen wie z.B. Tierarztbesuch oder Silvester, bekommt sie es vorab schon umgebunden, damit sie gar nicht erst in starke Aufregung gerät.

Kuscheln auf Signal und was daraus geworden ist

Die letzen Tage gab es bei uns richtig schöne  Fortschritte. Was für die meisten Hundebesitzer völlig normal und Alltag ist, war bei uns Seltenheit oder gar nicht möglich.

Kimbi wird im Haus und Auto immer kuscheliger. Mittlerweile fordert sie es sogar teilweise  ein. Es sind zwar immer nur kurze Einheiten, aber ich merke, dass es ihr sehr gut tut.

Heute  hat sie sich draußen auf dem  Spaziergang an mich gelehnt und blieb für eine Weile bei mir,  so dass ich sie kuscheln durfte.  Später auf Signal „Kontakt“ kam sie noch dichter an mich heran und setzte sich für einen Moment auf meine Beine, wo wir wieder kuschelten.  Es war das erste Mal seit Jahren, so ein Verhalten zeigte sie nur als Junghund. Anschließend konnte sie sogar am Wasser neben mir liegen und sich streicheln lassen. Wasser ist für Kimbi eine extrem starke Ablenkung.

Gestern war es das erste Mal, dass ich mich zu ihr auf den Fußboden legen und mit ihr knuddeln konnte. Solche Kuscheleinheiten gingen bis jetzt immer nur für kurze Zeit im Sitzen, am Sofa, auf dem Bett oder beim Vorbeigehen.  Ich konnte mich aber nie im Raum zu ihr legen und mit ihr kuscheln. Ein toller Fortschritt, ich habe mich so gefreut.

Ich schaue bei allen Übungen oder Annäherungen, dass sie nicht ins Meiden kommt und Spaß an den Übungen  hat. Da  die Zeit,  wo sie sich freiwillig an mich  lehnt, immer länger wird, tut es ihr sichtlich gut.

Seit wir vor ein paar Jahren das Signal „Kuscheln“ und vor kurzem das Signal „Kontakt“  aufgebaut haben, wird es von Tag zu  Tag immer besser.
Dazu kommt noch, dass sie, seit sie geschoren wird, auch nicht mehr so berührungsempfindlich ist.

Kimbi muss natürlich nicht kuscheln wenn sie nicht will, aber solange wir es mit Spaßübungen aufbauen und sie dabei positive Erfahrungen sammelt, sie lernt, dass es ihr gut tut und sie entspannt, finde ich es sehr hilfreich. Denn Kuscheln ist eine wichtige „Soziopositive Aktion”, es fördert die Bindung zwischen Mensch und Hund.

Kimbi suchte schon immer meine Nähe, aber anfassen war für sie nicht angenehm, sie zeigte Meideverhalten, somit akzeptierte ich, dass sie Nähe brauchte aber mehr nicht.
Es fiel mir zwar nicht immer leicht, wenn sie dicht bei mir sitzt oder liegt und ich sie nicht streicheln durfte, aber ich wollte auch nicht, dass sie mich meiden lernt.
Mit dem Training hat sie gelernt, dass Kuscheln auch entspannend wirkt, angenehm und schön sein kann.