Signal „Pirat“

Unsere Vorbereitungen für Silvester gehen weiter. Hier schrieb ich ja schon einiges über Kimbis Geräuschempfindlichkeit und unserem Training.  Nun habe ich Kimbis Schlafituch (konditioniertes Entspannungstuch) weiter ausgebaut. Das Signal „Pirat“ kündigt  nun dass über die Ohren ziehen des Tuches an.  Die letzten zwei Jahre bekam Kimbi Silvester auch schon ein Tuch über die Ohren, um die Geräusche abzudämpfen. Da sie Stehohren hat, werden  diese nun durch das Tuch nach vorne gedrückt und die äußeren Gehörgänge etwas geschlossen.  Dadurch werden die Geräusche gedämpfter und etwas weniger wahr genommen. Vor zwei Jahren hatte sie zusätzlich noch Watte in den Ohren.  Man hat sichtlich bemerkt, dass sie wesentlich entspannter war.  Das Tuch liegt relativ fest und eng an, aber wenn sie wollte, könnte sie es sofort abschütteln, d.h. sie kann sich jederzeit davon  trennen.

Da sie ein Tuch über die Ohren schon kannte, wurde nun nur noch ein Signal vorgeschaltet und es ein wenig aufgefrischt.

Ich werde das Tuch in Zukunft auch mit nach draußen auf dem Spaziergang nehmen, da es hier in Moment sehr oft zu Dauerknallerei kommt und oder fürs Auto, wenn sie alleine bleiben muss.

Letzte Woche zeigte Kimbi draußen, aufgrund einiger Geräusche, auch Angstverhalten (keine Knaller). Sie zog extrem an der Leine, mit hängender Rute und angelegten Ohren in Richtung Auto. Wenn sie keine  Angst hat, läuft sie normalerweise an lockerer Leine.  Ich konnte  mit ihr leider nicht Vorort bleiben  und sie entspannen, da die Geräusche nicht aufhörten. Somit versuchte  ich sie kurz über isometrische Übungen zu entspannen und ging weiter, nach paar Meter zog sie erneut. Sie bekam ihr Schlafituch um, es ging  ein paar Meter gut, dann zog sie wieder extrem zum Auto, da die Geräusche immer noch zu hören waren.  Nun zog ich ihr das Tuch über die Ohren und wir liefen weiter. Ich war angenehm überrascht. Kimbi konnte zwar nicht entspannt an lockerer Leine laufen, aber die Leine war nur minimal auf Spannung, ihre Geschwindigkeit nahm deutlich ab und ihre Rute kam wieder über den Rücken gerollt. Wir konnten in einem normalen Tempo zum Auto gehen.  Am Auto machten wir  erst noch  ein paar isometrische Übungen. Es gab  ein wenig Futterspiele, welches sie auch wieder nehmen konnte und anschliessend sind wir  Heim gefahren.

Nun bin ich gespannt wie sie  es weiterhin annimmt und wie weit es uns im Training helfen wird.

Hier ein kleiner Film – Signal Pirat im Training.

Stöbersuche im Wald

Heute hat Kimbi das erste Mal  ihren Babyfasan im Wald suchen dürfen. Im Wald gehen wir seltener spazieren, somit ist es  für sie dort viel interessanter, es gibt viele neue Gerüche, vor allem nach Wild.

Kimbi rannte auf ihren Arbeitssuchpfiff + Signal  zum Stöbern zwar gleich  los, war aber auch schnell abgelenkt. Sie schnüffelte sich an einem kleinen Strauch fest. Normalerweise bricht sie danach  ab und hat keine Lust mehr und oder weiß nicht mehr worum es geht. Heute hat sie ihre Suche wieder aufgenommen und den Babyfasan gefunden, freu.

Kimbi und die Raben

Vor ein paar Wochen habe ich hier schon etwas über Kimbi und die Verteidigung von Futter, Futterbeutel,  Fell- und Fasandummys gegenüber den Raben geschrieben. Da sie dieses Verhalten  nur in  Situationen zeigt wo sie  Sucharbeiten ausführt und die Raben ihr das Futter und oder die Dummys teils  klauen wollten, nenne ich es Ressourcenverteidigung und nicht  Jagdverhalten.

Hier mal ein Film, eine Zusammenfassung  „vorher- nacher“ mit Kimbi und den Raben.

Am Anfang verscheuchte Kimbi bei jeder Suchaufgabe die Raben. Wir trainierten „zeigen & benennen“ von Raben, sitzen und liegen bei den Raben mit und ohne Futter, Futterbeutel sowie Dummys  und  Entspannungsübungen. Wir sind noch nicht ganz am Ziel, aber auf dem besten Wege. Kimbi zeigt in der letzen Sequenz im Film noch einen kleinen  Schwenker Richtung Raben, korrigierte sich dann aber schnell.

 

Kimbi und ihr neuer Futterbeutel

Heute gab es für Kimbi einen neuen Futterbeutel, natürlich mit Fell und mit  hochwertiger Belohnug. 🙂

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Kimbi ist ein Sichtjäger, darum lasse ich sie, bei einigen Aufgaben, mit den Augen und der Nase suchen. Es macht ihr Spaß. Heute haben wir mit dem neuen Beutel ein paar Minisucharbeiten ausprobiert, bei dem  der Beutel am  oder auf dem Baum liegt. Hauptsächlich aber möchte ich den kleinen Beutel an der Reizangel befestigen und ein wenig lauern, schleichen und holen üben. Mal sehen wie es ihr gefällt, ansonsten kommt er wieder draussen im Alltag zum Einsatz.

Angst vor Knallgeräuschen

Da Kimbi sehr geräuschempfindlich ist und sich bei ihr damals u.a. aufgrund ihres Gesundheitszustandes starke Ängste entwickelt haben, trainieren wir natürlich immer mal wieder an diesem Problem.

Kimbi kommt mittlerweile, aufgrund des Trainings,  mit vielen Geräuschen sehr gut klar, schlimme Reaktionen zeigt sie aber noch bei Schüssen, Knaller, Raketen, Heuler, sowie Motorradgeknatter.

Da wir immer wieder Trainingsstopps, aufgrund ihrer Gesundheit und ihres wohlbefindens machen, kommen wir mal mehr und mal weniger gut voran.

Im Spätsommer fingen wir wieder an, am Auslöser  Knall, Schüsse von Jägern usw zu trainieren, das stand  bei uns als erstes auf dem Zettel, danach sollten Silvesterknaller, Heuler und Raketen folgen.

Wir waren schon ziemlich weit. Kimbi konnte mit 3-5 Knaller/Schüsse aus der Nähe gut klar  kommen.  Sie wurde gemarkert, es gab was super Tolles und eine Runde Entspannung oder sie kam direkt auf  das Signal Kontakt zu mir und drückte sich an mich.

Wir hatten im Februar dieses Jahres eine neue Übung für die Entspannung aufgebaut –  Signal Kontakt.

Vor 2 Wochen gab es leider wieder starke Rückschläge. Es knallte auf unserem Spaziergang durchgehend, wir kamen nicht so schnell von dem Auslöser weg, Kimbi bekam starke Angst. Es dauerte 20 Minuten bis wir am Auto ankamen und der Auslöser für sie verschwand. Zwei Tage später, in einem anderen Gebiet, schossen Jugendliche  Silvesterknaller in die Luft. Es war in unserer unmittelbaren Umgebung. Die ersten 3-4 Knaller haben wir gut gemeistert, Kimbi blieb ansprechbar, wurde entspannt und konnte weiter spazieren gehen, dann kam das Dauerknallen. Ich ging mit Kimbi zum Auto, leider kamen die Knaller aus der Richtung, so das wir einen Umweg laufen mussten. Die Knallerei hörte nicht auf, nach 30 Minuten am Auto angekommen, es knallte immer noch, Kimbi fix und fertig, fuhren wir weg. Sie brauchte über 1 Sunde um wieder runter zukommen.  🙁

Das letzte Wochenende haben dann 2 leise Schüsse gereicht, Kimbi zitterte, speichelte,  hechelte, Augen tränten und Nase tropfte, Rute viel runter, sie fiebte und wollte nur noch weg, es war schlimm.

Nun haben wir letzten Montag erneut mit dem Training begonnen. Wie damals auch, haben wir  erst mal das Geräusch „den Knall“ in sehr leiser Form mit einer Megatollensuperduperleckerei verbunden (klassische Konditionierung). Diesmal gab es aber getrocknete Hirschfleischstreifen und diesmal gibt es diese nur für Knallgeräusche und für nichts anderes.

Ich habe auf meinem Laptop ein paar Knallgeräusche von Schüssen, davon  habe ich einen so leise abgespielt das Kimbi sich orientiert, aber nicht groß reagiert.  Knall – getrocknetes Hirschfleisch – war super lecker 🙂

Ich habe das Training, auch wenn ich es sonst langsamer aufbauen würde, bei Kimbi täglich durchgeführt. Ich kenne Kimbi und weiß wie schnell und wie oft ich was trainieren kann. Wir haben täglich,  3 Tage lang in der Wohnung,   2 Mal pro Tag den Knall mit Hirschfleischstreifen belegt.
Am Anfang sehr leise, von Tag zu Tag etwas steigernd, aber immer noch so leise das sie sich nur orientiert, mehr nicht.

Anschließend  nahm ich die Geräusche mit nach draußen (iphone).  Am ersten Tag wieder sehr leise , am zweiten etwas lauter, aber immer noch so leise das sie sich nur orientiert und ihr Hirschfleisch erwartet.

Der dritte Tag wäre heute. Ich packte ein großes Stück getrocknetes Hirschfleisch ein und fuhr mit ihr zum See. Ich trainiere mit Kimbi nur wenn es ihr Gesundheitszustand zulässt und sie sich gut fühlt.

Heute war eine gute Gelegenheit. Es war gutes Wetter, sie war fit und munter, sie hatte sich schon gelöst, heute morgen gab es etwas weniger Thyroxin (verdacht auf zu viel) und sie war motiviert und in Spiellaune.

Wir gingen am See spazieren, dann kam leider eine Dauerknallerei, es fielen 17 Schüsse, eventuell wieder Treibjagd.  Es war nicht gerade sehr leise. 🙁

Kimbi bekam die ersten Schüsse für mich sichtlich gar nicht mit, ich suchte schnell das Hirschfleisch und schmiss ihr es zu. Es ging alles sehr schnell, es war nur eine kurze Zeit. Ich schmiss Kimbi immer wieder das getrocknete Hirschfleisch zu, Kimbi nahm es freudig an. Die Knallerei hörte auf, Kimbi wollte nicht mal entspannen, sie war immer noch fit und lief freudig weiter. OK dachte ich mir, gar nicht erst aus ihrer guten Laune rausholen.

Drei Minuten später das gleiche noch mal, diesmal knallte es 14 Mal. Ich zähle immer automatisch mit, blöde Angewohnheit.  Kimbi reagierte, blieb stehen und schaut mich erwartungsvoll an. Da ich etwas weiter weg war, markerte ich und schmiss ihr wieder und wieder, da es immer wieder knallte, Hirschfleisch zu. Auch diesmal nahm sie es freudig an, es hörte auf, sie kam zu mir und wollte einen Nachschlag 🙂

Wir liefen weiter, alles toll, super Kimbi, sie  war immer noch gut drauf, sie schnupperte und wir spielten sogar noch. Ich hoffte, dass es bis zum Auto nun nicht mehr knallen würde.

Nach 15 Minuten knallte es erneut, diesmal nur einmal. Kimbi blieb stehen, schaut mich erwartungsvoll an und ich versagte, ich reagierte nicht.  Ich habe es zu spät wahrgenommen und kein Hirschfleisch geschmissen. Ja auch ich mache immer mal wieder  Fehler 🙁 Kimbi lief weiter,  Glück gehabt.

Nun legte ich mir alles zurecht, wir waren ja auf dem Rückweg zum Auto. Nützt ja nichts, es war nicht geplant und natürlich nicht gewollt. Da mussten wir nun so gut wie möglich durch.

Kurz vorm Parkplatz knallte es noch Mal. Wieder nur ein Schuss, leider aus der Richtung wo wir parkten. Nun reagierte Kimbi, sie blieb stehen, ging etwas zurück, war sichtlich etwas angespannt, schaute mich an, parallel markerte ich und schmiss Hirschfleisch, sie lief hin und futterte es zügig auf. Dann kam sie zu mir, ich gab ihr das Signal Kontakt, sie konnte es noch nicht alleine ausführen. Ich bat ihr mein Arm an, sagte Kontakt und sie drückte sich fest an mich. Wir wiederholten es ein paar Mal, danach konnte Kimbi weiter laufen.

Sie konnte sogar Richtung Auto laufen, sie war wieder voll ansprechbar und nahm Futter. Am Auto wollte sie noch nicht mal einsteigen, sie wollte noch spazieren gehen 🙂 Mit dem Signal „einsteigen“ ging sie aber rein und wir fuhren los.

Wer Kimbi kennt und sie mal bei Schüssen oder Knaller erlebt hat, weis was sie heute starkes geleistet hat.

Eigentlich wollte ich  nur ein leisen Knall über das Handy abspielen und getrocknetes Hirschfleisch geben, leider kommt es öfter mal anders als man denkt oder plant.

Kimbi hat es super gemeistert, ich bin mega Stolz auf meine Maus.

Nun gibt es ein paar Tage Pause und dann üben wir mit leisen Geräuschen weiter. Nun sind wir wieder auf dem Stand oder wahrscheinlich noch etwas weiter wie vor 3 Wochen.

Wir werde weiter berichten.

Auslöser „Kaninchen“ wird zum Signal „lauern“

Wir waren heute mal wieder auf der Kaninchenmeile am Deich spazieren. Früher musste Kimbi dort an der Leine laufen, da sie sonst nur gehetzt hätte, sie war stark erregt und kaum ansprechbar. Heute läuft sie dort meistens ohne Leine, das Hetzen tritt kaum noch auf, dafür das Lauern umso mehr. 🙂
Ziel war das Lauern auszudehnen und das Hetzen zu minimieren, so dass ich mehr Zeit habe, sie vor dem Hetzen  umzuorientieren und oder abzurufen.
Auf dem Film sieht man Kimbi Kaninchen beobachten. Jedes mal wenn sie lauert waren unten am Deich auch Kaninchen in Sicht. Früher wäre sie hier sofort  losgehetzt.
Bei Kimbi wird der Auslöser “Kaninchen” nun zum Signal “lauern”. Ich muss das Signal nicht mehr oft abfragen, wenn sie ein Kaninchen sieht bietet sie das Lauern nun auch schon manchmal von sich aus an.