Konditionierte Entspannung

Nun habe ich es endlich, nach langem probieren und mitschleppen der Kamera, geschafft zu filmen, wie bei Kimbi die KE (Konditionierte Entspannung) wirkt. Da ich mit ihr alleine laufe, parallel filme, spiele, markere usw., ist es nicht immer  so einfach, brauchbares Filmmaterial zu bekommen. 🙁 Ich hoffe dennoch, dass man auf den Filmen erkennen kann, wie bei Kimbi die KE greift.

Konditionierte Entspannung bedeutet,  dass man das „Entspannt sein“ seines Hundes mit einem Signal verknüpft. Dieses geschieht durch eine einfache klassische Konditionierung.

Da der  Gegenspieler von Erregung Entspannung ist, können wir dies gut nutzen, denn die Entspannung ist trainierbar und somit auch auf Signal setzbar. Ziel ist, dass die Erregung relativ schnell gesenkt werden kann, damit der Hund wieder ansprechbar wird und oder bestimmte Situationen wie z.B. Angstphasen wie Silvester, Gewitter usw. ruhiger  durchläuft. Ein Hund,  bei dem die Erregung gesenkt werden kann, ist ansprechbarer und kann somit  besser mit uns kooperieren. Dafür muss  aber vorab das Signal   aufgebaut werden, anschließend kann man es anwenden und dann sollte man es wieder aufladen.

Je höher das Erregungsniveau bei einem Hund ist, desto stärker kann seine  Reaktion auch auf bestimmte Reize ausfallen, je stärker seine Erregung wird, desto weniger nimmt er uns war.  In solchen Momenten kann gelerntes Verhalten nicht gezeigt werden und etwas Neues  lernen geht dann auch kaum bis gar nicht mehr. Wir sehen nur die Spitze des Eisberges, wir sehen nicht, wie es in dem Hund aussieht, was er fühlt und was er denkt.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Entspannung zu konditionieren.  Über ein Wortsignal, welches für eine kurzzeitige Entspannung eingesetzt werden kann bis zu einen Gegenstand (Halstuch, Decke etc.  – eventuell mit einem Duft ) für eine Dauerentspannung.

Das Wortsignal  hilft uns in vielen Situationen, in denen unser Hund ein zu hohes Erregungsniveau hat und nicht mehr ansprechbar ist. Man kann seine Erregung damit wieder etwas herunterfahren und ihn kurzfristig wieder ansprechbar  machen. Daraufhin folgt natürlich ein Alternativverhalten, damit er nicht wieder erneut in einen  zu hohen Erregungslevel rutscht.

Dieses Trainingsmittel hat viele Möglichkeiten, aber auch seine Grenzen. Es  kann z.B. passieren, dass die KE häufig angewendet wird, um die Erregung des Hundes herunterzufahren aber parallel dabei eine  Fehlverknüpfung entsteht. Der Hund kann z.B. die Erregung mit dem Signal verknüpfen, beim erneuten Signal könnte somit die Erregung ziemlich stark ansteigen ( Klassischen Konditionierung). Daher ist es notwendig, das Signal immer wieder positiv mit Entspannung zu verknüpfen und wie ein Akku aufzuladen.

Hier im ersten Film sieht man den Aufbau und die Auffrischung der KE. Meine KE heißt EASY. Bei berührungsempfindlichen Hunden und denen, die nicht gerne kuscheln, ist es am besten, ohne Berührungen aufzubauen. Im Film sieht man, wie die Klassische Konditionierung greift. (Easy – Auge auf – Auge zu  – weiter schlafen). Somit kann man es passiv aber auch aktiv aufbauen. Bei dem aktiven Aufbau kommt uns die Ausschüttung von Oxytocin  zu gute. Beim ersten Film müsst ihr den Ton etwas lauter stellen.

In diesem Film sieht Kimbi Kaninchen und kann sich nicht richtig auf das Signal „sitzen“, hinsetzen, sie ist zu angespannt. Nach dem Signal Easy (KE) setzt sie sich.

Hier spiele ich mit Kimbi, es gibt  natürlich Hunde die wilder spielen, aber Kimbi greift öfter mal  weiter zur Hand hin nach und beim Signal „aus“ kann sie oft nicht los lassen. Beim Easy lässt ihre Erregung etwas nach und sie kann es rausgeben.

Kimbi und Hunde, vor ein paar Jahren  wäre sie  in dieser Situation lautstark am Zaun auf und ab gerannt oder in der Leine gestanden. Ich hätte sie nicht umorientieren können.  Heute treten solche Situationen meistens gar nicht mehr auf oder nur in abgeschwächter Form. Die KE hilft nicht nur den Hund ansprechbar zu machen, er lernt auch aus dem Kontext und kann  solche Situationen beim nächsten mal besser bewältigen.

Kimbi  im Wildgebiet, hier hat sie eine Wildspur in der Nase. Sie konnte noch stoppen, aber sich nicht mehr umorientieren und dem Rückruf folgen. Die KE hilft ihr dabei wieder ansprechbar zu werden und den Rückweg anzutreten.

Kimbi nimmt die konditionierte Entspannung sehr gut an.  Je nach Situation  nutzen wir die KE  bei aggressivem und ängstlichem Verhalten, bei  starker Erregung und auch bei Wildsichtung.
Wir haben das Wortsignal „Easy“ für ein kurzzeitiges runterfahren um sie wieder ansprechbar zu machen, aber  auch eine Berührung mit der Handfläche auf der  Körperseite welches dann übergeht in die direkte Entspannung und oder ins Alternativverhalten.

Ebenso hat sie ein Halstuch, bei uns Schlafituch genannt, welches zusammen mit einem ätherischen Öl (Kamille Blau) konditioniert wurde. Dieses nutzen wir in Situationen wo eine längere Entspannung notwendig ist wie z.B. Silvester,  beim Tierarzt, fürs alleine bleiben und  wenn sie mal wieder Schübe aufgrund ihrer Krankheiten hat.

Das Wortsignal wirkt bei Kimbi in Situationen, in denen sie Angst bekommt und nicht mehr ansprechbar ist, leider nicht, nur bei Aggression, Wildsichtung sowie starker Erregung.  In Situationen, in denen sie ängstliches Verhalten zeigt bekommt sie ihr Schlafituch. Wenn ich vorab weiß, dass wir in solch eine Situation kommen wie z.B. Tierarztbesuch oder Silvester, bekommt sie es vorab schon umgebunden, damit sie gar nicht erst in starke Aufregung gerät.

Quitschen auf Signal

Da Kimbi immer wieder was neues lernen möchte, haben wir dieses mal das Quitschen vom Spieli auf Signal gesetzt. Ich finde sie macht es schon ganz gut. 🙂

Als nächste Aufgabe werden wir ein Signalunterscheidungsspiel aufbauen. D.h. alle einzelne Übungen wie z.b. quitschen, tragen, touchen mit Nase oder Pfote auf Gegenstände, abgeben, aufräumen usw. im Wechsel abfragen. Kimbi hat Spaß an den Übungen und ist für sie eine gute Beschäftigung für zwischendurch.

 

Wildpark Lüneburger Heide

Gestern waren wir den ganzen Tag im Wildpark Lüneburger Heide. Ich hätte nicht gedacht, dass Kimbi es so toll mitmacht. Wir haben uns vorgenommen, sobald sie nicht mehr möchte und gestresst wirkt, brechen wir sofort ab und fahren heim. Es war dort wahrscheinlich kühler als hier zuhause, da es im Wald liegt, immer mal ein kleiner Windzug kam und es schattig war, konnte man es aushalten. Wir waren fast 7 Std unterwegs, zwei mal eine 30 min. Pause, da wir die Greifvogelschau besucht haben, einmal 30 min. beim Wolfsgehege, da gerade die Tanja Askani einen Vortrag hielt und 30 min. Mittagessen. So konnte sie sich zwischendurch immer mal wieder ausruhen. Ich hätte gedacht, dass wir spätestens nach 2 Std. wieder heimfahren.  Solch einen großen Ausflug haben wir die letzten neun Jahre nicht geschafft. Ich bin so stolz auf meine Maus. Sie hechelte nicht und war freudig dabei. Zwischendurch sprang sie kurz  in den Seerosenteich. 🙂

Kimbi  war, wie immer, mal wieder  sehr neugierig, egal ob Nasenbären, Leopard oder Bär, sie musste immer und  überall nachschauen, was für Tiere dort lebten.

Wir waren auch wieder im Wildgehege und haben ein wenig trainiert. Die Tierchen kamen von allen Seiten, sie sind angefüttert und verhalten sich natürlich ganz anders als in der freien Natur. Aber einige  flüchteten auch,  als sie Kimbi sahen  und sie riechen natürlich  auch nach Wild. Kimbi war super, sie war entspannter als ich. Ich war sehr aufgeregt und vorsichtig, da ich keine größeren Konflikte beiderseits wollte. Das Dammwild könnte nämlich auch angreifen und das ist dann nicht so lustig.

Ich konnte dann beide, Kimbi und auch das Wild, abwechselnd füttern, für Kimbi war es kein Problem – Maus hat geteilt 🙂

   

Kimbi liegt oder sitzt meistens  brav neben mir wenn ich fotografiere, sie macht es schon  toll. Anschließend gibt es dann auch  immer eine Belohnung.

  

Die Greifvogelschau war klasse. Teilweise flogen sie ziemlich tief  über den Köpfen hinweg. Kimbi lag entspannt auf dem Boden und ruhte sich aus. Sie zeigte keine Jagdmotivation und auch keine Unsicherheit gegenüber den Greifvögeln. In der Zeit konnte ich dann auch paar Fotos machen.

   

   

Kauwurzel

Vor einer Woche kaufte ich Kimbi eine Kauwurzel „Torgawurzel“. Ich wollte mal schauen ob sie diese annehmen und drauf kauen würde.
Es wäre schön, sie ist nicht nur gut für die Zähne, sondern auch hilfreich in stressigen Situationen, als Knabberspaß und zum Training der Kaumuskulatur.

Wir, meine Freundin und ich, kauften je eine Wurzel, eine etwas flachere und eine dickere quadratische. Kimbi bekam erst mal die kleinere flachere Wurzel.

Sie fand sie toll und trug sie in den Garten, aber sie kaute nicht viel drauf rum. Tägl. schleppte sie die Wurzel immer mal wieder freudig mit in den Garten, versuchte auch mal reinzubeißen, aber dann ließ sie die wieder liegen.

Nun hat sie die quadratische Wurzel bekommen, ihr Verhalten hat sich komplett verändert. Sie legt sich hin, nagt und kaut drauf rum, ihr macht es Spaß. Diese Wurzel gehört aber Paulchen, der Hund meiner Freundin. Somit müssen wir nun wohl noch eine neue Wurzel kaufen 🙂

Ich denke mal, dass sie die quadratische besser mit den Zähnen greifen  und abnagen kann. Dazu kommt noch, dass ihr auf der rechten Seite der große Backenzahn fehlt, aber auch mit dieser Seite kann sie noch gut kauen.

      

Signal „Schiffchen“

Kimbi hat zum Geburtstag ein neues Bettchen bekommen. Da sie gerne auf meinem Wasserbett liegt, aber sich spätestens wenn ich mich bewege, gestört fühlt und verschwindet, bekam sie nun auch ein eignes Wasserbett, eins für Hunde. 🙂

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Ich habe mich für ein Wasserbett entschieden, da es sich  der Form des Körpers anpasst, egal in welcher Lage der Hund schläft. Da der Körper auf der  Wassermatratze liegt, verhindert es Druckpunkte im Schulter- und Beckenbereich. Ebenso ist es positiv  bei Gelenkserkrankungen und rheumatischen Problemen, da dieses Bett auch eine Heizung hat und man die Wärme des Bettes individuell dem Hund und seinen Bedürfnissen anpassen kann. Weiterer Vorteil wäre im Sommer,  dass man die Heizung stufenlos  bis auf 26 Grad runterregulieren kann.

Das Bettchen bekommt natürlich auch ein Signal und wird vorab positiv belegt. Ich habe es „Schiffchen“ genannt. 🙂

Kimbi braucht immer etwas länger bis sie neue Dinge annimmt, sie ist zwar neugierig und testet alles von Anfang an aus und das ohne Unsicherheit zu zeigen, aber bis sie darauf schläft wird es ein wenig dauern.

Ich habe das Bettchen erst mal auf Signal gesetzt und gemarkert und sie immer mal wieder rauf geschickt.

Am ersten Abend lag sie für 1 min. im Schiffchen, am zweiten Abend 10 min., am dritten waren es 30 min. und am vierten 90 min., eine gute Steigerung. Sie geht freiwillig rein und kann auch schon auf der Seite liegen und entspannen. Ich bin gespannt wie es weiter geht.

 

 

Bremen bellt

Dieses Wochenende war in Bremen die internationale und nationale Rassehundeausstellung. Ich war aus beruflichen Gründen dort, habe Flyer verteilt, Gespräche geführt und Termine vereinbart. Kimbi blieb zu Hause, denn für sie wäre es nur Stress, so etwas braucht sie nicht. Dort gab es natürlich auch wieder viele Stände mit Spielis und Co und wer mich kennt, weiß,  dass ich  nicht mit leeren Händen nach Hause gehe. 🙂

Kimbi bekam ein Kaninchenfell zum Apportieren, eine Kauwurzel (Torga Wurzel) um die Zähen zu reinigen, Knabberspaß zu haben und die Kaumuskulatur zu trainieren, da sie nur noch wenige Knochen aus gesundheitlichen Gründen bekommt ist es eine gute Alternative, sowie einen neuen Wubba, diesmal in orange, den kannten wir noch nicht. Kimbi hatte sich riesig gefreut.

   

Bei der Wurzel war ich mir unsicher  ob sie diese nehmen  und darauf rumkauen würde. Als erstes trug sie die Wurzel im Garten, dann kaute sie 15 sek. darauf rum und ging wieder. Abends suchte sie die Wurzel wieder, aber nahm sie nur mit und trug sie in den Garten. Heute morgen gab es die Wurzel mit etwas  Leber eingeschmiert draussen auf dem Spaziergang, sie nahm sie und kaute darauf rum. 🙂
Heute Nachmittag nahm sie die mit in den Garten und kaute auch ein wenig darauf rum, diesmal ohne Lebergeschmack. Mal sehen wie es weiter geht. Ich würde mich freuen wenn sie diese annehmen würde, ein wenig Spaß hat und ihre Zähne etwas gereinigt werden.

Happy Birthday mein Mausbär

Kimbi hat heute Geburtstag, 9 Jahre jung ist sie geworden. 🙂 Es wurde natürlich gefeiert.

Ich hatte mir einen Tag frei genommen, wir machten einen Ausflug und fuhren auf die Halbinsel Elsflether Sand. Kimbi liebt den Strand und das Wasser, sie durfte spielen, schwimmen und buddeln, so lange sie wollte.

Es wurde ein richtiges Abenteuer. Wir fuhren um 9 Uhr los, normalerweise wären wir 45 min. später dort, wenn nicht mein Navi uns völlig falsch geleitet hätte. 🙁 Nach über 90 min hatten wir es geschafft. Es wurde sehr schwül, kurz vorher hatte es geregnet, dann kam die Sonne durch und es wurde heiß.

Am Parkplatz fragte ich vorsichtshalber noch mal einen Autofahrer, ob wir auf dem richtigen Wege wären. Er meinte, dass wir eine größere Strecke bis zum Wasser laufen müssten. Auf der Insel sind Autos verboten, er durfte nur auf die Insel, da er von der Stadt wäre und den Auftrag hätte, am  Leuchtturm Wartungsarbeiten durchzuführen. OK wir starteten trotzdem, da wir ja zum Wasser wollten. Eine Minute später überholte uns das Auto noch mal, er fragte ob er uns eben hinfahren solle. Somit trampten Kimbi und ich das erste Mal in unserem Leben, eine Strecke vom Parkplatz bis  zum Strand 🙂 Er war super nett und wir hatten nun das Wasser und den Strand direkt vor uns.

Nun ging der Spaß los, Leine ab und ins Wasser. Nach dem wir  5 min am Strand entlang gelaufen waren, kam die erste Überraschung.

Am Strand lag ein Seehund und sonnte sich. Kimbi kam an die Leine,  da sie ihn natürlich jagen wollte. Wir schlichen uns bis auf 5-6 m ran und machten ein paar schöne Fotos. Dann robbte er ins Wasser und schwamm uns davon. Es war total schön, so einen Seehund mal in der freien Natur und nicht im Zoo zu sehen. Damit hatten wir nun überhaupt nicht gerechnet, da in der Weser ja nicht so oft Seehunde schwimmen.

    

Kimbi durfte wieder ohne Leine laufen, paar Meter weiter drehte ich mich noch mal um und war wieder überrascht. Nun sahsen  zwei Seehunde dort. Kimbi wieder an die Leine und noch mal zurück. Wir hatten uns in den Sand gesetzt und sie ziemlich lange beobachten können, herrlich. Nachdem nun beide Seehunde wieder ins Wasser geglitten waren, gingen wir weiter.

    

Kimbi durfte nun die restliche Zeit ohne Leine laufen, weiteren Seehunden begegneten wir nicht mehr.

Wir waren insgesamt drei Stunden auf der Insel, sie konnte sich austoben wie sie wollte, spielen, laufen, schwimmen, wälzen und natürlich gab es auch Pausen und was zu knabbern.

    

   

Es war einfach nur herrlich, so eine ruhige Gegend, wir waren fast alleine da.

Hier ein kleiner Film: Elsflether Sand