Berührungsempfindlichkeit

Kimbi war jahrelang sehr berührungsempfindlich, man konnte mit ihr nicht kuscheln, nicht einmal kurz streicheln oder anfassen. Schon das Annähern führte dazu, dass sie Meideverhalten zeigte und sich auch teilweise verzog. Sie wollte, wenn ich irgendwo saß, meine Nähe, aber keinen Kontakt und auch keine Berührung / Bewegung von mir.

Sie legte sich beim Schlafen auch selten auf die Seite und fast nie auf den Rücken. Sie konnte sich draußen nicht hinlegen und auch nicht wälzen.

Ich trainierte mit dem Marker bestimmte Übungen, um ihr zu helfen und ihr die Berührungsempfindlichkeit zu nehmen. Am Training hat sie viel Spaß.

Es gab nun viele neue Signale, wir trainierten eins nach dem anderen. Es gab ein „Down“ flach auf dem Boden liegen, es gab ein „Platsch“ auf der Seite liegen, alle Körperteile wurden auf Signal gesetzt (Ohr, Augen, Schnute, Popo, Pfoten, Bauch, Rute usw.), es gab ein Finger-, Kinn-, Popo-, Schulter-, Backen-, Kopftouch, sowie ein „Strecken“ Vorderkörpertiefstellung, ein „Blind“ Augen zu halten, und ein „hinter mir“ um mich herum und zwischen meinen Beine sitzen. Bei jedem einzelnen Signal wurde mit dem Keep Going gearbeitet. Ebenso wurde von mal zu mal meine Hand währenddessen immer mal wieder auf ihrem Körper gelegt.

Zusätzlich gab es später das Signal „Kuscheln“ und die direkte Entspannung.

Sie wurde von mal zu mal lockerer und lies mehr Nähe zu. Seit 2-3 Jahren schläft sie entspannt auf der Seite. Ich kann an ihr vorbei gehen, ohne dass sie meidet, sie schläft weiter. An manchen Tagen, wenn es ihr gut geht, schläft sie auf dem Rücken mit den Beinen in die Luft, nur für paar Sekunden. Das ist für mich der schönste Moment.
Nun kann sie draußen wieder entspannt liegen und sich auch wälzen. Seit 2011 kann sie auch wieder Dinge wie das Thundershirt, Bademantel und ihre Schwimmweste tragen.

Seit knapp einem halben Jahr ist sie sehr kuschelig geworden, sie kommt sogar öfter und fordert es ein. Es ist so schön, dass sie ihre Berührungsempfindlichkeit mehr und mehr ablegt. Natürlich ist sie noch lange nicht so verkuschelt wie viele andere Hunde, aber es ist ein riesiger Fortschritt.

Nun trainieren wir ein neues Signal, ich nenne es “Kontakt”. Das Ziel ist, dass sie sich freiwillig an mich drückt und ich ihr in bestimmten Momenten, wie z.B. bei Angst, helfen kann. Zusätzlich erhoffe ich mir, dass das neu auftrainierte Signal ihr ebenso gut tun wird wie all die anderen Signale und dass sie öfter ein Kontaktliegen zeigt.

Ich finde, Berührungen so wie Kuscheln wichtige Komponenten, um die Bindung zwischen Mensch und Hund zu stärken und aufrecht zu halten.